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Verständliche Arzneimittelinformationen für alle
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Galenik
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Ein Wirkstoff alleine ist noch kein Arzneimittel. Damit der Wirkstoff an den Ort der Wirkung gelangen kann, muß das
Arzneimittel besonders zubereitet sein. Es enthält neben dem Wirkstoff sogenannte Hilfstoffe oder auch Konservierungsmittel. Dies nennt man die galenische Aufbereitung des Arzneimittels. Von ihr hängt
ab, wie schnell das Arzneimittel am Wirkort ankommt, wie lange es dort verbleibt und wie intensiv es wirkt. Außerdem bestimmt die Galenik, wie lange das Arzneimittel stabil bleibt, wenn es noch nicht
eingenommen wird. Der Arzneimittelhersteller ist verpflichtet, die Wirkung des Arzneimittels bis zu seinem Verfallsdatum zu garantieren. D.h., dass der Wirkstoff sich im Laufe der Lagerung beim
Großhändler, in der Apotheke und beim Patienten nicht verändern darf und nicht an Wirkstärke verlieren darf.
Arzneimittel werden in folgenden galenischen Formen angeboten:
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Tabletten
werden im allgemeinen mit oder ohne Flüssigkeit geschluckt und lösen sich im Magen auf. Dort wird der Wirkstoff freigesetzt und vom Körper aufgenommen.
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Kautabletten
werden zerkaut und erst dann geschluckt. So kommt der Wirkstoff bereits teilgelöst im Magen an und kann von dort schneller aufgenommen werden und schneller wirken.
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Brausetabletten
werden in Wasser aufgelöst und dann getrunken. Dies hat zur Folge, dass der Wirkstoff nicht lange im Magen verbleibt, sondern mit der Flüssigkeit schnell durch den Magen hindurch in den Dünndarm transportiert wird. Dadurch wird eine
schnellere Wirkung erreicht. Außerdem können viele Patienten Brausetabletten wesentlich einfacher einnehmen, als Schlucktabletten.
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Retardtabletten
sind Tabletten, die man schluckt und die sich im Magen auflösen, wie Tabletten auch. Die Vorsilbe Retard bedeutet “verzögert”. Diese Tabletten lösen sich durch eine spezielle galenische
Zubereitung nur sehr langsam auf und geben den Wirkstoff so über einen längeren Zeitraum
frei. Dadurch kann die Wirkung der Tabletten über die Zeit gestreckt werden und man muß die Tablette weniger häufig einnehmen. Oft reicht bereits eine Retardtablette am Tag.
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Filmtabletten
haben eine besondere Oberfläche, einen Filmüberzug. Dieser Film bewirkt, dass die Tablette besser geschluckt werden kann.
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Lutschtabletten
verbleiben bis zu ihrer völligen Auflösung im Mund, sie werden nicht geschluckt. Dadurch wird erreicht, dass der freigesetzte Wirkstoff im Mund- und Rachenraum - also direkt vor Ort - wirken kann. Dies ist bei allen Halstabletten der Fall.
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Kapseln
sind Hüllen, in denen Pulver oder Microkügelchen enthalten sind. Die Kapsel löst sich im Magen langsam auf und gibt dann ihren Inhalt mit dem Wirkstoff frei.
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Manche Arzneistoffe lassen sich nicht in Wasser lösen. Sie müssen suspendiert werden. Suspensionen
sind häufig auch dort anzutreffen, wo ein Wirkstoff durch die Hautoberfläche hindurchtransportiert werden muß, z.B. bei Augentropfen, die im Auge wirken sollen. Suspensionen müssen vor der Anwendung geschüttelt werden, damit sich der Wirkstoff gleichmäßig verteilt.
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Lösungen
sind dagegen wässrige Zubereitungen mit Wirkstoffen, die sich in Wasser lösen lassen. Sie sind immer gleichverteilt und müssen daher nicht geschüttelt werden. Sie penetrieren allerdings auch schlechter durch die Hautschichten. Dies ist dann aber auch nicht gewünscht.
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Injektionen
sind Spritzen. Mit einer Injektion wird ein Wirkstoff i.m. (intramuskulär) in den Muskel oder i.v. (intravenös) ins Blut gespritzt. Durch diese Art der Arzneimittelgabe wird verhindert, dass sich ein Arzneistoff im Darm und in der Leber verstoffwechselt. Er wird sozusagen ohne Umwege direkt an den Wirkort gebracht, und kann dadurch auch sehr viel schneller wirken.
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Zäpfchen
werden in den Enddarm eingeschoben. Sie lösen sich im Darm auf und geben den Wirkstoff über die Darmschleimhaut an den Körper weiter. Dadurch wird eine Verstoffwechselung des Arzneimittels in der Leber verhindert und eine rasche Wirkung erreicht. Außerdem sind Zäpfchen bei Kindern und Babys ein geeignetes Mittel, da Tabletten von Kindern nicht gerne eingenommen werden.
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Salben
werden auf die Haut-/Schleimhaut (auch Auge) aufgetragen. Salben haften sehr lange auf der Hautoberfläche und geben ihren Wirkstoff verzögert frei, so kann eine verlängerte Wirkung erreicht werden. Salben fetten die Haut außerdem.
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Gele
werden auf Haut und Schleimhaut aufgetragen, sind meistens glasklar und damit nicht sichtbar, geben ihre Wirkstoffe schneller ab als Salben und Cremes, haften aber dennoch lang genug, um eine ausreichende Wirksamkeit zu erreichen.Gele kühlen und wirken juckreizstillend. Sie entziehen der Haut Wasser.
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Cremes
werden auf die Haut-/Schleimhaut aufgetragen. Sie haften sehr lange auf der Hautoberfläche und geben ihren Wirkstoff verzögert frei, so kann eine verlängerte Wirkung erreicht werden. Cremes fetten die Haut außerdem.
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Pasten
haben den höchsten Fettgehalt und sind zäh. Sie werden als Schutzschicht auf die Haut aufgetragen.
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Sprays
zersprühen eine Arzneimittellösung oder -suspension, so daß sie breitflächig verteilt wird und an Körperregionen heranreichen kann, die ansonsten schlecht zugänglich sind (v.a. die Naseninnenräume). Sprays sind immer für die äußerliche Anwendung auf der Schleimhaut oder Haut.
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Tropfen
sind meistens zur Anwendung am Auge, im Ohr oder in der Nase gedacht, können aber auch als Tropfen zum einnehmen verwendet werden. Tropfen zum einnehmen haben den Vorteil, dass sie sich im Magen nicht mehr auflösen müssen, sondern sehr schnell vom Körper aufgenommen werden. Tropfen zur Anwendung an Auge, Ohr und Nase sind aufgrund der Anatonie dieser Organe die geeigneten Mittel.
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Säfte
sind spezielle Zubereitungen für Kinder. Damit soll erreicht werden, dass Kinder wichtige Arzneimittel zu sich nehmen, was bei anderen Formen, wie Tabletten und Kapseln nicht gewährleistet ist.
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Inhaler
sind Sprays, die den Wirkstoff mikrofein vernebeln. Dadurch kann der Wirkstoff tief in die Lunge eingeatmet werden und dort seine Wirkung entfalten.
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